Übungen bei einer Rechts-Links-Blockade

Ich bin schön öfter aufgefordert worden, Übungen für das Überkreuzen der Mittellinie in meinem Blog darzustellen. Diese Übungen sind besonders für Kinder wichtig, die unter einer Rechts-Links-Blockade leider, d.h. beide Gehirnhälften können nicht optimal zusammenarbeiten. In Anlehnung an die Kinesiologie lassen sich folgende Kennzeichen erkennen:

  • Unsicherheiten im Unterscheiden von rechts und links
  • ungeschickt wirkende Bewegung
  • schlechtes Schriftbild
  • Schwierigkeiten beim Lesen und Rechnen
  • falsches Abschreiben von der Tafel

Dies sind nur Hinweise. Um ganz sicher zu sein müßten dann noch weitere Tests von einer Kinesiologin durchgeführt werden.

1. Übung

Das Kind liegt auf dem Bauch wie auf dem folgenden Foto. Es hat somit eine lange rechte Seite und eine kurze linke Seite. Es soll nun die lange Seite zur kurzen Seite machen und umgekehrt. Das ganze soll langsam, leise und in einer Bewegungssequenz durchgeführt werden. Zählt die Bewegungseinheiten, die das Kind braucht (max.5, mind.1). Nun bekommt es den Auftrag, immer weniger Einheiten zu brauchen. Klappt es dreimal hintereinander fehlerfrei, wird nun das gleiche mit geschlossenen Augen durchgeführt. Ziel ist es, in einer Minute 16-20 mal fehlerfrei einen Wechsel hinzubekommen.

2. Übung

Aufrechter Stand: rechte Hand geht zum linken Knie und umgekeht. Immer wieder wechseln, dabei ist der Blick nach vorne oben  gerichtet.

Variante 1: während der Wechsel kreisen die Augen. Erst zur einen Seite, dann zur anderen Seite.

Variante 2:  während der Wechsel schauen die Augen immer an dem Knie vorbei, das hochgezogen wird.

Variante 3: nur für Geübte: aufrechter Stand mit überkreuzten Bein. Übungen wie oben ausführen.

Bei den Übungen wünsche ich euch viel Spaß. Sie sollten in einem stressfreien Umfeld stattfinden, ganz ohne Druck. Würde mich wirklich über ein Feedback von euch freuen. Wer noch mehr über das Thema erfahren möchte, dem kann ich noch das Buch Kinesiologie bei Kindern von L. Koneberg und G. Förder empfehlen. Hier kann man viel Wissenswertes über die Arbeit der rechten und linken Gehirnhälfte erfahren, was ein völlig neues Verständnis über Lernblockaden enstehen lässt.

Diese Lernblockaden lassen sich nicht durch stures pauken des Lernstoffes auflösen, sondern sind meiner Meinung nach einzig über spielerische Körperarbeit zu beheben. Alles andere würde die Kinder nur noch mehr unter Stress setzen.

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7 Antworten zu “Übungen bei einer Rechts-Links-Blockade

  1. Danke, Andrea.
    Das ist eine Erinnerung an die Übungen, die Du mir gezeigt hast.
    Ich will sie wieder aufnehmen.
    Herzlicher Gruss,
    Christine

  2. Liebe Andrea,

    vielen Dank für deinen Artikel über die Rechts-Links-Blockade.
    Mit Sehnsucht habe ich auf diese Übungen gewartet. Ich werde
    sie sofort ausprobieren und dann an meiner Tochter testen.
    Ich bin sicher, wenn ich es hin kriege, sie regelmäßig mit ihr
    zu machen, daß sich unser „Problem“ Schule in Luft auflöst
    -verdünnisiert-
    Lieben Dank noch mal
    Astrid

  3. Hi,

    ich habe mir das Buch gekauft:
    „Kinesiologie für Kinder“
    Prima Tip. Das Buch ist wirklich lesenswert.
    Danke noch mal.
    Astrid

  4. @Christiane Windhausen
    In dem Buch steht so vieles drin, was mich bewegt, da ich eine Tochter mit Rechts-Links-Blockade habe. Und je mehr ich lese umso mehr finde ich wieder. Es sind Probleme geschildert, die genau den Punkt treffen. Aber noch wichtiger ist, dass auch Tipps für Lösungen aufgezeigt werden. Übungen die jeder machen kann. Gut beschrieben und bebildert.

    Was ich auch ganz erstaunlich finde sind die Schreib-Übungen. Die kleinen „L“ und die kleinen „L“ verkehrt herum. Wenn ich an meine Schulzeit zurück denke, haben wir genau diese Übungen seitenweise machen müssen. Sicherlich war damals der Grund ein anderer. Die Schrift sollte gut aussehen, die Hand locker werden….. Leider hat man diese Übungen aus dem Lehrplan gestrichen. Mit den Erkenntnissen von heute sollten sie wieder eingeführt werden.

    Also dieses Buch ist es meiner Meinung nach wert gelesen zu werden.

  5. @ Astrid Lukas
    An diese Schreib-Übungen kann ich mich auch noch genau erinnern. Ich habe sie geliebt – sie waren so unglaublich beruhigend. Wir hatten Schreibhefte mit vier Linien, zwischen denen wir uns orientieren konnten – aber auch mußten. Ich kann noch heute fühlen, wie sich mein Körper in den wiederholten Bewegungen der Hand entspannt und ausgerichtet hat.

    Ich gehörte zu der ersten oder zweiten Generation, die bereits mit 18 (statt mit 21) Jahren volljährig wurde. Darauf war ich damals sehr stolz. Es bedeutete, dass ich mit meinem eigenen Namen unterschreiben würde. Ich weiß noch, wie ich kurz vor meinem 18. Geburtstag immer wieder meinen Schriftzug geübt habe. Solange, bis ich schließlich den Schwung meines Namens mit meinem Körper ausdrücken konnte.

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