Archiv der Kategorie: Gesundheitspsychologie

Ursache und Wirkung am Beispiel der Skoliose

Vor ein paar Wochen hatte ich als Urlaubsvertretung eine Patientin von meiner Kollegin übernommen. Svenja K. (Name geändert) ist 27 Jahre alt und leidet seit ihrem sechsten Lebensjahr an einer idiopathischen Skoliose. Eine Skoliose ist eine dreidimensionale Verformung der Wirbelsäule und idiopathisch bedeutet nichts anderes als unerklärlich, ohne erkennbare Ursache.

Mich selber macht diese Definition sehr nachdenklich. Warum leiden so viele Kinder bzw. Jugendliche an einer idiopathischen Skoliose? Was veranlaßt den Körper eines kleinen Menschen dazu, sich mir nichts dir nichts einfach zu verformen. Grundlos- gibt es das überhaupt?  Meine Neugierde ist also extrem geweckt und ich führte eine längere Anamnese durch. Die Geschichte von Svenja K. fesselte mich zunehmend.

Mit fünf Jahren ist Svenja K. aufgrund akuter Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der akute Blindarmdurchbruch wurde am Anfang nicht erkannt; erst als sich eine postinfektiöse Bauchfellentzündung gebildet hatte, wurde sofort operiert. Anschließend lag sie längere Zeit auf der Intensivstation in Einzelkarantäne. Die Wundheilung war sehr schlecht. Immer wieder entzündete sich die Narbe und es mußte drei mal nachoperiert werden.

Ich fragte Svenja K. nach ihren Erinnerungen und ihren Emotionen, die sie mit dem damaligen Erlebnis in Verbindung bringt. Noch heute, 22 Jahre später, kann sie sich deutlich an die Schmerzen, die Angst und die Isolation erinnern, die sich wie eine ewige Narbe in ihren Körper eingebrannt haben. Ein Bild hat sich bei ihr besonders klar eingeprägt: bei der Visite wollte der Arzt das Pflaster abreißen. Dabei riß die gesamte Narbe wieder auf und der Eiter floß raus. Jedesmal wenn nun die Visite anstand weinte  Svenja K. vor Angst.  Nach vier Wochen konnte sie dann endlich das Krankenhaus wieder verlassen.

Bei der Einschulungsuntersuchung wurde dann zum ersten Mal die Skoliose festgestellt. Es erfolgte eine intensive physiotherapeutische Behandlung gefolgt von einer einjährigen Behandlungspause. Schließlich hatte sich die Skoliose auf 38 Grad Winkelabweichung verschlechtert und es wurde ein Korsett angefertigt, welches 24 Stunden getragen werden mußte. Während der nächsten Jahren absolvierte Svenja K. mehrere Kuren in der Schrotklinik in Bad Sobernheim. Viele Stunden am Tag wurde hier intensivst gearbeitet und trainiert, um mit der Kraft des Körpers gegen die Skoliose anzuarbeiten. Die Klinik weist übrigens sehr gute Resultate auf. Mit dem Wachstumsabschluß erfolgte dann ein schrittweises Abtrainieren. Heute kommt Frau K. ohne Korsett aus, benötigt aber regelmäßig Krankengymnastik.

Narben, egal welcher Art, bilden immer ein Störfaktor im Körper. Das Gewebe ist verändert und somit auch der Stoffwechsel in dieser Region gestört. Der Energiefluß, wenn noch vorhanden, ist zumindest stark vermindert. Mit 15 Jahren wurde Svenja K. noch einmal an der Narbe operiert. Die Narbe war hart, stark eingezogen und wulstig. Heute fällt sie kaum noch auf. Neben der sichtbaren Narbe sind sicherlich auch einige unsichtbare Narben entstanden, die sich ins Gedächtnis und in die Psyche eingebrannt haben. Wenn ich heute versuche, die Narbe zu mobilisieren ist das Svenja K. extrem unangenehm. Die Narbe ist eine Tabuzone, in der Kontakt nur mit äußerster Überwindung zugelassen wird. Oft muß ich sie in ein Gespräch verwickeln, damit die Narbenmobilisation überhaupt zu ertragen ist. Es fühlt sich für mich so an, als stecke die ganze Angst des fünfjährigen Kindes, der ganze Schmerz, den der Blindarmdurchbruch mit sich gebracht hat so im Gewebe, als sei es erst letzte Woche gewesen. Sie hat quasi alle Erinnerungen und Emotionen in dem Gewebe rund um die Narbe geparkt. Der Zusammenhang zwischen Narbe und Skoliose ist für mich völlig klar und fühlbar; med. nachweisbar ist er jedoch nicht.

Und wieder einmal ist mir klar geworden wie die Emotionen Einfluß auf unseren Körper haben. Schnell lassen sich unaufgearbeitete Gefühle in die Körperebene verschieben und begegnen uns hier in Form eines Symptoms wieder, in diesem Fall der Skoliose. (Wer  in diesem Bereich noch mehr erfahren möchte, dem empfehle ich folgendes Video: Logik der Gefühle Teil 2!) Zuerst ist es ein Schutzmechanismus, auf Dauer geparkt und nicht aufgearbeitet, kann es jedoch  größeren Schaden anrichten.

 Die Skoliose kann ich nicht mehr ändern, ich kann nur versuchen, die Spannung aus dem Gewebe zu nehmen und so die Zugwirkung auf die Wirbelsäule  vermindern. Ich kann versuchen, Zusammenhänge zwischen Emotionen und dem Körper aufzuzeigen, um so das Verständnis für den eigenen Körper zu entwickeln und das Spektrum der eigenen Sichtweisen zu erweitern. Ich kann Körperbewußtsein schulen und versuchen, die Liebe zum eigenen Körper zu wecken und die damit verbundene Aktezptanz der eigenen Defitzite zu fördern. Ich habe die Chance, ganz nah am Ort des Geschehens zu arbeiten, ein Geschenk, das einfühlsam und verantwortungsvoll behandelt werden möchte. All das geht aber nur in  Zusammenarbeit mit dem Patienten.

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Wertschätzung – so einfach kann Heilung sein

Wertschätzung ist für mich das „Wort 2010“ und birgt die Lösung vieler Dinge in sich.

Warum fällt es uns so schwer, den Mitmenschen Worte oder Gesten der Wertschätzung zukommen zu lassen. Warum müssen wir erst über unseren Schatten springen, um zu sagen: Das hast du echt super gemacht!   Das war absolut richtig von dir!

Vielleicht ist es  Unachtsamkeit oder mangelndes Feingefühl gegenüber unseren Mitmenschen. Es lässt uns nicht mehr fühlen, was unser „Gegenüber“  so dringend braucht. Schließlich protzt er ja gerade zu vor Selbstbewußtsein und auf ein bißchen Wertschätzung wird sicherlich kein Wert gelegt, das wäre ja albern.
Oder ist es zu intim? Es setzt Vertrautheit und Nähe vorraus, jemanden von Herzen Anerkennung zukommen zu lassen. Vielleicht liegt die Begründung auch im immer massiver werdenden Egoismus; was uns nicht zu Teil wird, dass gönnen wir auch keinem anderen. Dabei wohnt die Sehnsucht nach Anerkennung in jedem von uns.

Gegenseitige Wertschätzung ist Vorraussetzung für tiefe intime Beziehungen und für die Entwicklung eines gesunden Selbstbewußtsein, ohne das sich besonders in der heutigen, „einsamen“ Zeit nur schwer leben lässt.

  • Beziehungen scheitern oft an der mangelnden Achtung und Wertschätzung des Partners.
  • Ohne Lob von Seiten der Eltern können Kinder sich nicht selbstbewusst entwickeln und finden sich vielleicht später in schweren Identitätskrisen wieder.
  • Das Arbeitsklima wäre um einiges harmonischer, wenn die Kollegen sich gegenseitig einmal Anerkennung aussprechen würden.
  • Schüler wären zu erstaunlichen Leistungen fähig, denn die Anerkennung der Lehrer würde ungeahnte Türen öffnen.
  • Traurigkeit und Verzweiflung sind oft in immer wieder durchlebter Geringschätzung begründet und könnten sich durch ehrliche Worte der Anerkennung schnell auflösen.

Sicherlich lässt sich die Liste noch bis ins Unendliche fortführen, aber Fakt ist: die gegenseitige Wertschätzung ist zum einen die Basis für ein gesundes Selbstwertgefühl, zum anderen bildet es einen ganz wichtigen Baustein für ein harmonisches Miteinander. Das allerwichtigste jedoch ist: Worte ehrlich gemeinter Wertschätzung können heilsamer sein, als jede Medizin. Solch ein heilsamer Kontakt lässt Vertrauen wachsen und Brücken entstehen. Die Glückshormone explodieren und lassen uns auf Wolke Sieben schweben. Heilung breitet sich aus und bringt Lösungen (strukturell, emotional und kognitiv) mit sich. Eine Leichtigkeit ist spürbar, die uns zu nie gekannten Fähigkeiten beflügelt und Selbstheilungskräfte entstehen lässt.

Warum versuchen wir es nicht einmal mit einem ehrlich gemeinten Miteinander. Durch die ausgesprochene Wertschätzung gegenüber Menschen die uns nahe stehen entsteht eine völlig neue Qualität der Beziehung und bereichert unser aller Leben.

Der Mensch ist für den Menschen die beste Therapie!

Es braucht nicht viel, nur ein paar Worte der Anerkennung!

Der Besuch bei den Körperwelten

Vor zwei Wochen haben wir uns auf den Weg nach Bremen gemacht, um uns die Ausstellung „Körperwelten“ von Gunther von Hagens anzusehen. Mein älterer Sohn war bereits mit seinem Biokurs dort und sprühte vor Begeisterung!
Die Ausstellung läuft unter dem Motto “ Eine Herzenssache“ und so war das Herz mit seinem ach so komplizierten Gefäßsystem ein großer Schwerpunkt. Es sei kurz erläutert, dass in der Ausstellung ausschließlich Plastinate verwendet werden, d.h. zu Lebzeiten waren die Menschen damit einverstanden (hoffentlich), nach dem Tod ihren Körper für die anschauliche Anatomie zur Verfügung zu stellen. Mit Hilfe eines komplizierten Verfahrens wird dann der Leichnamen mit flüssigem Kunststoff plastiniert und in die entsprechende Pose gebracht. Das ganze dauert ungefähr ein Jahr.

Noch nie war ich so tief berührt von der Komplexität des Körpers. Selbst die beste Wissenssendung konnte mich  nicht so der Faszination Körper näher bringen, wie es diese Ausstellung getan hat. Organerkrankungen und Annormalien waren plötzlich nicht nur ein abstraktes Krankheitsbild aus dem Lehrbuch, sondern greifbar nah und verständlich. Öfter hatte ich die entsprechenden Patienten vor Augen und ich konnte mich nun ein klein wenig mehr in ihre Problematik hineinversetzten und nachfühlen.

 Begeistert hat mich der Körper schon immer, aber ich habe ganz deutlich gespürt, wie sich während des Besuchs der Ausstellung mein Körperbewußtsein geändert hat. Tiefer Respekt und Achtung vor der Genialität des Meisterwerkes „Körper“ durchströmte mich und in  Demut habe ich die Plastinate auf mich wirken lassen.  Das Verlangen, meinem Körper etwas Gutes tun zu müssen, bzw. ihm verantwortungsvoller gegenüber zu treten wuchs in mir – irgendwie war ich ihm plötzlich ganz nah. Vorsätze wie – du musst dich gesünder ernähren, treibe mehr Sport, lass dich nicht so stressen, organisiere ein anderes Zeitmenagement, ehre noch mehr deinen Körper usw. schwirrten in meinem Kopf herum und forderten mich wirklich zum nachdenken auf. Tote Materie hat mich auf geheimnisvolle Weise zum Leben erweckt, um mir dann meinen eigenen Körper auf wundersame Weise in seiner Vollkommenheit und Genialität näher zu bringen.
Zum ersten Mal war ich stolz zur Gattung Mensch zu gehören.

Ich glaube, dass Gunter von Hagens genau das wollte. Den Menschen seinen Körper näher zu bringen, ein neues Gesundheitsbewußtsein zu vermitteln  und Respekt und Verantwortung gegenüber dem eigenen Körper zu haben war sicherlich genau sein Ziel. Vielen Dank dafür.

Der Gedanke, irgendwann einmal selber als Plastinat in einer Ausstellung zu stehen fasziniert mich immer mehr. Vielleicht kann ich so über den Tod hinaus noch Menschen berühren und in ihnen etwas  bewegen. In meinem Leben ist der Körper ein Schlüsselthema. Tagtäglich arbeite ich mit ihm, strukturell und energetisch. Ihn nach meinem Tod zu einem Plastinat werden zu lassen ist vielleicht der konsequente Abschluß einer Lebensaufgabe.

Mich hat die Ausstellung zutiefst berührt und traf mich direkt ins Herz. Sie ist für mich  zu einer echten HERZENSSACHE geworden.

Zahnextraktion und die Veränderung im Körper

Vor fünf Tagen mußte ich mich leider Gottes einer OP beim Kieferchirurgen unterziehen. So lange ich denken kann ist der vorletzter Backenzahn rechts ein Thema in meinem Leben gewesen. Vor 28 Jahren wurde er bereits überkront und vor zwei Jahren mußte noch mal eine Wurzelfüllung gemacht werden. Praktisch der letzte Versuch,  bei dem der Arzt mir wenig Hoffnung machte. Die Entzündung sei zu groß, damit wird der Körper nie im Leben fertig, worauf ich nur erwiderte: Das schaffe ich schon. Gesagt getan. Die Entzündung bildete sich, zum sprachlosen Erstaunen des Arztes vollständig zurück, was regelmäßige Röntgenkontrollen bewiesen.

Ich fühlte mich von Gott beseelt, spirituell neu aufgeladen und nichts und niemand konnte mir etwas anhaben.  Heute weiß ich, daß genau diese Überzeugung für meine damalige Lebensphase von großer Bedeutung war bzw. absolut notwendig. Ich hatte gerade den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt und was kann einen Menschen mehr anspornen, als die eigene gefühlte Energie aus dir selbst, die Berge versetzen kann.

Wenn du wirklich an dich glaubst kannst du alles Erreichen was dir wichtig ist und jeder Kontakt zu deinen Patienten wird ein heilender Kontakt, breitet sich aus und zieht seine Kreise. Einen Glaubenssatz irgendwo zu lesen und ihm zuzustimmen ist das eine, ihn aber selber zu fühlen verändert etwas in deinem Leben und gibt mir  gesundes Selbstbewußtsein.

Natürlich bleibt das Energielevel nicht immer gleich und im Moment ist es bei mir ziehmlich gesunken. Vor zwei Wochen meldete sich mein Zahn wieder zu Wort. Da war nun nichts mehr zu machen und ich mußte mich einem kieferchirurgischen Eingriff unterziehen. Wer glaubt, ein Backenzahn läßt sich mal gerade so herausziehen liegt hier ziehmlich falsch. Zuerst brach die Krone samt Zahn ab und dann mußte jede Wurzel einzeln aus dem Kieferknochen herausgemeißelt werden, wobei auch gleich etwas vom Knochen mit entfernt wurde. Etwas Schwund ist schließlich immer dabei. Kurzum: Es war nur ein Zahn – aber die OP hat mich total mitgenommen.

Mein Körper fährt absolutes Schonprogramm. Ich stehe außen vor und schaue dem Leben zu, habe aber nicht die geringste Motivation, daran teilzunehmen. Meine Kommunikation ist lahm gelegt denn sie wird gleich mit vehementen Schmerzen bestraft. ‚Schweig still, faste, ruh dich aus und schone dich bedingungslos‘, sagt der Körper. ‚Geh unter Leute, freu dich des Lebens und sei aktiv‘, sagt der Geist. Das Resultat ist klar – Unzufriedenheit auf ganzer Linie. Oft sehne ich mich nach Ruhe und nach ‚Nichts tun‘, jetzt ist es so und ich finde es furchtbar langweilig. Ständig spüre ich den Drang etwas tun zu müssen und finde einfach keine Ruhe, um zur Ruhe zu finden.

Ich glaube, alles was man im Leben erfährt ist eine Chance, auch wenn man als Beteiligter das Gefühl hat, das Raum-Zeit Kontinuum würde nicht so ganz stimmen.

Der, dem Zahn zugeordnete Meridian, bezieht sich auf  Leber, Dickdarm und Bronchien. Noch nie habe ich irgendwelche Probleme mit diesen Organen gehabt. Aber auch stumme Zonen im Körper können irgendwann akut werden. Nach so einer langen chronischen Problematik hätte ich dann vielleicht ein echtes Problem. Wer weiß!

Auf jeden Fall hat  diese Angelegenheit mich meinen Patienten ein Stück näher gebracht, indem ich sie in ihrem Beschwerdebild besser verstehen kann. Dies ist Vorraussetzung dafür, daß Heilung überhaupt entstehen kann. Danke für die Möglichkeit einer weiteren Verbindung.

Im Moment scheint es meine Aufgabe zu sein, meinen Körper zu pflegen und ihn mit Achtung und Respekt zu begegnen. Dies hatte ich in letzter Zeit wohl vernachlässigt.

Mein Sohn sitzt neben mir und sagte gerade folgendes: „Es ist nur ein kleines ‚Aus‘ für den  Zahn, aber eine große Bewegung in deinem Körper“.

Unsere Seele hat sich unseren Körper als Domizil ausgesucht.
Geht es ihm gut geht es auch unserer Seele gut.
Gemeinsam sind sie unschlagbar.

Der Rücken als Spiegel der Seele

Vor einigen Wochen habe ich einen Rückenschulkurs absolviert, um die Lizens zum Rückenschullehrer zu bekommen. Es hat zwei Jahre gedauert, bis ich mich zu diesem Kurs durchgerungen hatte. Schließlich schickt man einen berufserfahrenen Bäcker auch nicht für viel Geld zur Fortbildung, damit er lernt einen Apfelkuchen zu backen.

Um so überraschter war ich, dass ich hier meine ganzheitliche Denkweise ansatzweise wiederfand. Der Unterschied zur Rückenschule von vor 15 Jahren ist der bio-psycho-soziale Ansatz. Der Teilnehmer wird hier nicht nur bio-medizinisch betrachtet (nur der Befund zählt), sondern in seinem ganzen Umfeld  gesehen. Einflüsse bzw. Stressoren aus seinem Berufs- und Familienleben sind genauso zu betrachten wie seine Psyche und sein soziales Umfeld. Meine langjährige Berufserfahrung hat mich genau auf diesen Weg gebracht. Möchte ich einem Menschen helfen, muß ich ganau diese Denkweise haben, um zu verstehen und etwas bewirken zu können. Ihm in einem bewertungsfreien Raum zu begegnen kann das Gefühl von Respekt und angenommen sein vermitteln. Dies sind für mich Grundvorraussetzungen für heilende Momente, die dann weite Kreise ziehen können.

Jeder zweite Bundesbürger hat einmal in seinem Leben Rückenschmerzen. 80% sind unspezifisch, d.h. ohne erkennbare Ursache. Der Rücken ist das Spiegelbild unserer Seele und erzählt uns unsere eigene Geschichte. Diese lesen zu können, ist oft eine Lebensaufgabe. Es erfordert Mut, Geduld und viel Energie, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die man bisher so wunderbar verdrängt hat. Oft sind viele schmerzliche Moment erforderlich. um eine Lösung herbei zu führen, die dann aber auch Heilung für den Körper verspricht. Also: Macht euch auf den Weg.

Unter dem Aspekt der Salutogenese gibt es kein krank oder gesund. In Zeiten in denen es uns nicht so gut geht, gibt es auch gesunde Anteile in unserem Körper. Diese gilt es wahrzunehmen, sich bewußt zu machen und dann Energie aufzubringen, um sie zu stärken. Dies ist leichter gesagt als getan. Runter vom Sofa, rein in die Aktivität wäre hier das Motto.

Heilung ist ein langer Weg und kann nicht durch einen Therapeuten allein geschehen. Er kann nur Wegweiser sein. Ein guter Therapeut zeigt euch Schnittstellen von Psyche und  Körper. Aber den Weg muß jeder selber gehen.