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WM:Sichtweise und Medieneinfluß

Jetzt ist die WM schon eine Woche in Gang und hat uns bereits einige Überraschungen beschert. Wer hätte gedacht, dass England gegen die USA 1:1 spielt, sich Italien von Paraguay und Neuseeland ebenfalls mit einem 1:1 trennt und Spanien der Schweiz mit 0:1 unterliegt. Die WM hat sicherlich noch einige Überraschungen parat und es muß uns klar werden, dass nichts mehr so ist wie es vor vier Jahren war. In jeder Mannschaft sind neue Spieler hinzugekommen und stellenweise haben sich auch die Trainer und somit die Spielstrategien verändert.

 Der ehemalige Weltmeister unterliegt einem Außenseiter und es wird uns bewußt, dass auch die besten Spieler allein nicht genügen wenn die Mannschaft nicht als ein in sich geschlossenes Team auftritt. Mannschaftsgeist, Kampfbereitschaft und der bedingungslose Siegeswille läßt manchmal das Unmögliche möglich machen.

Wenn ich mich in meinem Umfeld so umschaue, habe ich das Gefühl, die letzte WM sei erst ein Jahr her. Die Autos fahren wieder mit unseren geliebten Deutschlandfähnchen, bei einem Deutschlandspiel tragen wir wieder, wie selbstverständlich das Trikot (oder so etwas ähnliches ) und bekennen sogar Farbe indem wir Schwarz – Rot – Gold auf die Wange malen. Überall gibt es Puplik Viewing in Verbindung mit tollen Events. Deutschland fängt wieder an zu leben und kann Gott sei Dank das politische Dilemma und die Wirtschaftskrise für kurze Zeit vergessen.  Zu schön war das Sommermärchen vor vier Jahren und schließlich ist die Sehnsucht nach einem kollektiven tollen Erlebnis da. Wie schön das sein kann, zeigte uns ja schließlich Lena beim Grand Prix Eurovision.

 Eh wir uns versehen sind wir  im Wechselbad der Gefühle. Der 4:0 Sieg über Australien hat uns stolz jubeln lassen und die Medien machten keinen Hehl daraus, eine so stark in der Kritik stehende, viel zu junge Mannschaft zum zukünftigen Weltmeister zu erheben. Diejenigen, die einst das Team nur kritisiert hatten, lobten plötzlich das blinde Verständnis untereinander, den Siegeswillen, die mentale Einstellung und Jogi Löw sowieso.                                                                                                                                                                              Dann kam das zweite Spiel und alles war wieder hinfällig. Die kurzzeitigen Helden waren wieder ganz unten. Kloses unbesonnenes Spiel wurde zum Tagesthema, Podolski war plötzlich nicht mehr nationalmannschaftstauglich und das deutsche, junge Team eh viel zu unerfahren.

Mir ist bewußt geworden, was für eine Macht die Medien im Hinblick auf die Meinungsbildung und die Sichtweise haben. Sind wir wirklich so beeinflußbar oder haben wir bis dato einfach keine eigene gefestigte Meinung? Gerade jetzt braucht die deutsche Nationalmannschaft bedingungslose Unterstützung und sie muß spüren, das ganz Deutschland hinter der Mannschaft steht. Jetzt ist Nationalstolz angebracht und sollte als Miltiplikator für Zuversicht ung Siegeswillen stehen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Medien sich mehr dieser Aufgabe annehmen. Die Reporter sollten mehr Glaube an das Gute ausdrücken, anstatt das Glas stets halb leer zu sehen. Ich wünsche mir von den Medien mehr Optmismus statt Pessimismus und ein zueinander Stehen auch in schlechten Zeiten, statt die Spieler zu Loosern zu degradieren.

Wir haben bei der WM in Deutschland miterlebt, wie ein Land eine Mannschaft tragen kann. Beflügelt durch die Euphorie im eigenen Land war das Team zu nicht geahnten Leistungen bereit. Es wäre schön, wenn die Medien als Bindeglied zwischen Deutschland und Südafrika wirken würden, um den Jungs somit Kraft und Selbstbewußtsein durch das eigene Landvermitteln zu können. Voraussetzung ist natürlich unser feste Glaube an die Mannschaft, der sich auch durch eine schlechtere Leistung nicht erschüttern läßt.

Viel Spaß beim dritten Spiel. Ich glaube an unsere Mannschaft, sie ist erfrischend jung und aufbaufähig und die nächste EM steht auch schon vor der Tür.