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Zahnextraktion und die Veränderung im Körper

Vor fünf Tagen mußte ich mich leider Gottes einer OP beim Kieferchirurgen unterziehen. So lange ich denken kann ist der vorletzter Backenzahn rechts ein Thema in meinem Leben gewesen. Vor 28 Jahren wurde er bereits überkront und vor zwei Jahren mußte noch mal eine Wurzelfüllung gemacht werden. Praktisch der letzte Versuch,  bei dem der Arzt mir wenig Hoffnung machte. Die Entzündung sei zu groß, damit wird der Körper nie im Leben fertig, worauf ich nur erwiderte: Das schaffe ich schon. Gesagt getan. Die Entzündung bildete sich, zum sprachlosen Erstaunen des Arztes vollständig zurück, was regelmäßige Röntgenkontrollen bewiesen.

Ich fühlte mich von Gott beseelt, spirituell neu aufgeladen und nichts und niemand konnte mir etwas anhaben.  Heute weiß ich, daß genau diese Überzeugung für meine damalige Lebensphase von großer Bedeutung war bzw. absolut notwendig. Ich hatte gerade den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt und was kann einen Menschen mehr anspornen, als die eigene gefühlte Energie aus dir selbst, die Berge versetzen kann.

Wenn du wirklich an dich glaubst kannst du alles Erreichen was dir wichtig ist und jeder Kontakt zu deinen Patienten wird ein heilender Kontakt, breitet sich aus und zieht seine Kreise. Einen Glaubenssatz irgendwo zu lesen und ihm zuzustimmen ist das eine, ihn aber selber zu fühlen verändert etwas in deinem Leben und gibt mir  gesundes Selbstbewußtsein.

Natürlich bleibt das Energielevel nicht immer gleich und im Moment ist es bei mir ziehmlich gesunken. Vor zwei Wochen meldete sich mein Zahn wieder zu Wort. Da war nun nichts mehr zu machen und ich mußte mich einem kieferchirurgischen Eingriff unterziehen. Wer glaubt, ein Backenzahn läßt sich mal gerade so herausziehen liegt hier ziehmlich falsch. Zuerst brach die Krone samt Zahn ab und dann mußte jede Wurzel einzeln aus dem Kieferknochen herausgemeißelt werden, wobei auch gleich etwas vom Knochen mit entfernt wurde. Etwas Schwund ist schließlich immer dabei. Kurzum: Es war nur ein Zahn – aber die OP hat mich total mitgenommen.

Mein Körper fährt absolutes Schonprogramm. Ich stehe außen vor und schaue dem Leben zu, habe aber nicht die geringste Motivation, daran teilzunehmen. Meine Kommunikation ist lahm gelegt denn sie wird gleich mit vehementen Schmerzen bestraft. ‚Schweig still, faste, ruh dich aus und schone dich bedingungslos‘, sagt der Körper. ‚Geh unter Leute, freu dich des Lebens und sei aktiv‘, sagt der Geist. Das Resultat ist klar – Unzufriedenheit auf ganzer Linie. Oft sehne ich mich nach Ruhe und nach ‚Nichts tun‘, jetzt ist es so und ich finde es furchtbar langweilig. Ständig spüre ich den Drang etwas tun zu müssen und finde einfach keine Ruhe, um zur Ruhe zu finden.

Ich glaube, alles was man im Leben erfährt ist eine Chance, auch wenn man als Beteiligter das Gefühl hat, das Raum-Zeit Kontinuum würde nicht so ganz stimmen.

Der, dem Zahn zugeordnete Meridian, bezieht sich auf  Leber, Dickdarm und Bronchien. Noch nie habe ich irgendwelche Probleme mit diesen Organen gehabt. Aber auch stumme Zonen im Körper können irgendwann akut werden. Nach so einer langen chronischen Problematik hätte ich dann vielleicht ein echtes Problem. Wer weiß!

Auf jeden Fall hat  diese Angelegenheit mich meinen Patienten ein Stück näher gebracht, indem ich sie in ihrem Beschwerdebild besser verstehen kann. Dies ist Vorraussetzung dafür, daß Heilung überhaupt entstehen kann. Danke für die Möglichkeit einer weiteren Verbindung.

Im Moment scheint es meine Aufgabe zu sein, meinen Körper zu pflegen und ihn mit Achtung und Respekt zu begegnen. Dies hatte ich in letzter Zeit wohl vernachlässigt.

Mein Sohn sitzt neben mir und sagte gerade folgendes: „Es ist nur ein kleines ‚Aus‘ für den  Zahn, aber eine große Bewegung in deinem Körper“.

Unsere Seele hat sich unseren Körper als Domizil ausgesucht.
Geht es ihm gut geht es auch unserer Seele gut.
Gemeinsam sind sie unschlagbar.

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